Austausch eines Axtstiels

Wie können Sie richtig und sicher einen defekten Stiel Ihres Forstwerkzeuges austauschen? Die richtige Vorgehensweise ist entscheidend. Außerdem gibt es ein paar Feinheiten, auf die Sie achten sollten. Eine detaillierte Beschreibung mit vielen Bildern finden Sie hier. Zudem finden Sie eine Schablone unserer Ersatzstiele, damit Sie einfach und bequem den passenden Stiel auswählen können.

Axt

Anleitung zum Austausch eines Axtstiels

Zum Beginn dieser Serie erklären wir Ihnen den grundlegenden Aufbau eines Stiels - zum Beispiel einer Axt - und wie Sie richtig und sicher einen Stiel austauschen.

Ein defekter Stiel, auch wenn er nur angebrochen ist, ist ein Sicherheitsrisiko und muss ausgetauscht werden. Hierbei sind einige Dinge zu beachten, damit auch mit neuem Stiel sicher und lange gearbeitet werden kann.

Axtstiel Bestandteile

Bild 1

Das Werkzeug besteht in der Regel aus:

Einem Stiel (Bild 1)

1. einem Knauf, der das Abrutschen der Hand verhindert,
2. einem Handstück zur Führung des Werkzeuges,
3. einem Gleitstück für den Schwung und die Kraft des Schlages,
4. dem Kamm - er ist das Passstück für den Metallkörper und hat einen Spalt/Schlitz zum Verklemmen

Bild 2

Bild 2

Einem Metallkörper (Bild 2)

1. Auge zur Aufnahme des Stiel-Kammes
2. Funktions-Teil, z.B. Schneide, Spitze, Hammer
3. Das Auge öffnet sich zum Ende des Stiels hin (Bild 3). Dies verhindert nach dem Verkeilen ein herausrutschen des Stiels!

Auswahl des richtigen Ersatzstiels

Die Form

Die Form und Länge des Stiels ist oft entscheidend für den Einsatzzweck. So kann z.B. über einen Wechsel des Stiels aus einem Beil eine Axt und aus einem langen Sappie ein Handsappie gemacht werden.

Das Holz

Der Holzstiel für eine Axt oder andere Werkzeuge mit Holzstiel, besteht meist aus sehr strapazierfähigen, langfasrigen, harten aber zugleich elastischen Holzarten. Esche, Hickory, Akazie oder Ulme sind hier neben anderen Holzarten als geeignet anzusehen.

Meist verwendet sind Esche als heimisches Holz und das besonders haltbare Hickory, welches importiert werden muss. Hickory ist auch deshalb meist wesentlich teurer.

Die Passform des Stiel-Kammes

Hier einige Augen-Formen von Forstwerkzeugen (Bild 4). Wie man deutlich sieht, unterscheiden sich diese sowohl in Form, als auch in Größe doch deutlich.

Der Stiel-Kamm muss jedoch möglichst spielfrei und genau in ein solches Auge passen um fest darin zu halten. Deshalb sollte der gewählte Ersatz-Stiel bereits möglichst genau diese Augen Form aufweisen. Es macht keinen Sinn einen wesentlich stärken, dickeren Stiel auszuwählen als in das Auge passt. Weiter unten finden Sie eine maßstabsgetreue Schablone zum Download, um den Ersatzstiel Ihres Forstwerkzeuges zu finden.

Bild 3

Bild 3

Augen-Formen von Forstwerkzeugen

Bild 4

Holz- und Ringkeil

Bild 5

Das Wechseln des Stiels

Ist der Stiel außerhalb des Auges gebrochen, so wird er zunächst direkt hinter dem Metallkörper abgesägt. Ist er im Auge gebrochen, erübrigt sich dies.
Oft kann aufgrund der konischen Form des Auges der Holzteil dann nach vorne (zum Keil hin) ausgetrieben (herausgeklopft) werden. Leichter geht dies wenn das Metallteil vorher erwärmt wird (Achtung, nicht über 200°C).

Auch kann es nötig sein durch Bohren einiger Löcher in das verbleibende Holz etwas Druck aus der Verkeilung wegzunehmen, um ein Austreiben zu erleichtern.

Anpassen des Stiels

Ein Ersatzstiel wird fast nie genau passen. Deshalb muss er von Hand angepasst werden. Achtung: Eventuell passt der Stiel bereits von der einen Seite in das Auge, von der Anderen nicht. Der einfache Weg ist hier mit Sicherheit der falsche. Der Stiel muss durch die engere Stelle in das Auge passen.

Hierzu wird mit Schleifpapier oder durch Feilen und Raspeln in kleinen Schritten die Kontur angepasst und immer wieder kontrolliert. Wichtig ist hier auch symmetrisches Arbeiten. Sonst sitzt am Ende der Kopf schief auf dem Stiel und es kann nicht vernünftig damit gearbeitet werden.

Also: Wenig auf einmal abtragen, immer wieder zwischenkontrollieren: Ist die Form auch noch so wie die des Auges?

Wenn sich der Stiel dann mit Kraft gerade so in das Auge stecken und auch wieder herausziehen lässt, ist der Stiel angepasst. Nun muss noch verkeilt werden.

Vorbereiten/Kontrolle der Keile

Zum Verkeilen des Stiels werden meist Holzkeile verwendet. Zusätzlich oft ein oder zwei Ringkeile aus Metall (Bild 5). Die Holzkeile sind oft zu breit. Bitte schleifen Sie diese zuerst auf die benötigte Breite ab. Sie sollten genauso breit sein, wie der entsprechende Schlitz im Stiel lang ist.

Auch sollte kontrolliert werden, wie lang die Keile sind. Die ganze Länge des Keils muss in den Schlitz des Stieles passen.

Verkeilen des Stiels

Den Stiel nun in das Auge einführen, bis er gerade so über das Auge hinausschaut (2-5 mm genügen). Den Holzkeil mit etwas Holzleim bestreichen und in den Schlitz des Stiels eintreiben (Bild 6). Hierzu eventuell ein Stück Holz als Schlagholz zwischenlegen, damit der Keil nicht beim Einschlagen beschädigt wird. Den Keil eintreiben bis er bündig mit dem Stiel abschliesst (Bild 7). Abschließend noch den oder die Rundkeile eintreiben und eine Stunde warten.

Fertig! (Bild 8)

Verkeilen des Stiels

Bild 6

Eintreiben Keil

Bild 7

Ausgetauschter Axtstiel

Bild 8

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Schablone Ersatzstiele

Den passenden Ersatzstiel finden

Hier finden Sie eine maßstabsgetreue Schablone, um den Ersatzstiel Ihres Forstwerkzeuges zu finden als PDF Download.

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